Fokus 0711 – Fotokunst aus Stuttgart

Eröffnung am 6. August 2005, 20 Uhr

6. August – 4. September 2005

Öffnungszeiten:
Di, Do–So 11–18 Uhr
Mi 11–20 Uhr

Württembergischer Kunstverein
Schlossplatz 2
70173 Stuttgart

Eine ausgesprochen lebendige Szene spiegelt sich in den freien Arbeiten der FotokünstlerInnen aus der Region Stuttgart, die der 3. Fotosommer Stuttgart mit der Ausstellung „Fokus 0711“ im Württembergischen Kunstverein präsentiert. Die von den Kuratoren Marko Schacher, Bettina Michel und Andrea Jahn jurierte Schau versammelt in den ehemaligen Räumen der Städtischen Galerie fokussierte Blicke auf aktuelle Themen und Tendenzen der Kunst-Fotografie. Portraits, Körperbilder, Architekturaufnahmen, Reiseeindrücke, Landschaften und Abstraktionen erzählen – oft mit formalen Brechungen, ungewöhnlichen Perspektiven und ironischen Verfremdungen – spannende Geschichten über mögliche Wahrnehmungen und Inszenierungen der Welt.

Wichtig war den drei Juroren, dem Publikum die große Spannbreite der lokalen Fotoszene, die unterschiedlichen Ausprägungen der bei vergleichbarer Ausgangslage produzierten Fotokunst zu präsentieren. Im Gegensatz zum Hauptprogramm des Fotosommers Stuttgart wurden die potentiellen KünstlerInnen von den Jury-Mitgliedern direkt zur Bewerbung aufgefordert und nach Sichtung aller eingegangen Arbeiten – auch hinsichtlich sich ergebender Kombinationen und Konfrontationen – ausgewählt. Aus allen eingereichten Arbeiten wurden anschließend die 30 „Fokus 0711“-KünstlerInnen bzw. Werkreihen ausgewählt.

Etablierte Positionen wie die Arbeiten von Hildegard Esslinger (*1939), Ulrich Bernhardt (*1944), Sven Grenzemann (*1943), Friedhelm Volk (*1942) und Uwe H. Seyl (*1939) stehen dabei bewusst neben jüngeren Ansichten und Konzepten, die den Anspruch dieser Generation vielfältig weiterentwickeln: so die Architekturpanoramen von Oliver Hartmann (*1965), Andreas Menke (*1963), Krishna Lahoti (*1963), die „Reisebilder“ von Lothar Heinrich (*1969), Berthold Steinhilber (*1968) und Volker Schrank (*1965) oder auch die beeindruckenden Tag- und Nachtlandschaften von Roger Bitterer (*1966), Martin Wolf Wagner (*1964), Michael Schnabel (*1966), Marcella Müller (*1963) und Christian Blei (*1956).

Ungewohnte Ansichten vom und mit dem menschlichen Körper zeigen indes die Fotoserien von Yves Noir (*1967), Boris Schmalenberger (*1966), Ingrid Schütz (*1964) und Stefan Mellmann (*1975), während sich Beri Bieber (*1971) am klassischen Portrait orientiert. Ilka Götz (*1972) erweitert diesen Ansatz in ihren Videoarbeiten um eine besondere Form des bewegten Selbstportraits. Von Menschen und ihren Eigenheiten handeln daneben die teils ironischen, teils verspielten Foto-Geschichten von Sabine Braun (*1967), Pit Ruge (*1966), Andreas Körner (*1972) und Norbert Seiler (*1950).

Die Ausrichtung der Ausstellung auf aktuelle Tendenzen der Kunst-Fotografie findet schließlich ihren Abschluss in den installativen und künstlerisch experimentellsten Arbeiten von Marc Dittrich (*1976; besuchen Sie unbedingt die Herren-Toilette!), Eva Schmeckenbecher (*1977), Serge de Waha (*1959) und Stephan Zirwes (*1967).